Umstrukturierung

Umstrukturierung der Feuerwehren der Gemeinde Bosau

Bosau im Juli 2026 – Die Feuerwehren der Gemeinde Bosau stehen – wie viele andere Feuerwehren im ländlichen Raum – vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel, die angespannte finanzielle Situation der Gemeinde und insbesondere der zunehmende Personalmangel machen es erforderlich, die bestehende Struktur der Ortswehren zukunftsfähig auszurichten.

Bereits seit dem Jahr 2022 arbeiten die Wehrführungen der Gemeinde gemeinsam an einem Konzept, das die derzeit acht Ortsfeuerwehren auf künftig fünf leistungsfähige Standorte zusammenführen soll. Ziel ist es, auch langfristig eine schlagkräftige und zuverlässige Gefahrenabwehr für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde sicherzustellen.

Ein wesentlicher Auslöser für diese Überlegungen war die Aufforderung der Hanseatischen Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK), die Feuerwehrhäuser auf einen modernen und sicherheitsgerechten Stand zu bringen. Die meisten der bestehenden Gerätehäuser erfüllen die heutigen Anforderungen nicht mehr. Da viele Gebäude teilweise mehr als 60 Jahre alt sind, ist eine Modernisierung allein aus Platzgründen nicht realisierbar. In den meisten Fällen kann die notwendige Verbesserung nur durch einen Neubau erreicht werden.

Zu den heutigen Anforderungen an Feuerwehrhäuser gehören unter anderem:

  • eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung zur Vermeidung von Kontaminationsverschleppung,
  • getrennte Umkleide- und Sanitärräume für Frauen und Männer,
  • ausreichend Platz für die stetig größer werdenden Einsatzfahrzeuge und deren umfangreiche Beladung,
  • sowie sichere Verkehrsflächen für das An- und Abrücken der Einsatzkräfte, insbesondere im Hinblick auf die Parksituation während eines Einsatzes.

Neben den baulichen Anforderungen spielte auch die Sicherstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen eine entscheidende Rolle. Hierfür wurden die Ausrückebereiche innerhalb der Gemeinde umfassend untersucht und bewertet. Das Ergebnis zeigt, dass eine Reduzierung der Anzahl der Standorte möglich ist, ohne die Einsatzbereitschaft und die Sicherheit der Bevölkerung zu beeinträchtigen.

Das derzeit erarbeitete Konzept sieht folgende Zusammenschlüsse vor:

  • die Feuerwehren Majenfelde-Quisdorf und Thürk,
  • die Feuerwehren Braak-Klenzau und Liensfeld-Kickbusch,
  • sowie die Feuerwehr Bichel-Wöbs-Löja, die künftig gemeinsam mit Hutzfeld-Brackrade oder alternativ mit Bosau-Kleinneudorf einen Standort bilden soll.

Die Planungen befinden sich weiterhin in einem intensiven Abstimmungsprozess. Dabei stehen sowohl die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren als auch wirtschaftliche und bauliche Aspekte im Mittelpunkt. Ziel ist es, eine zukunftssichere Feuerwehrstruktur zu schaffen, die den steigenden Anforderungen gerecht wird und gleichzeitig die ehrenamtlichen Einsatzkräfte bestmöglich unterstützt.

Die Feuerwehren der Gemeinde Bosau werden die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin transparent über die weiteren Entwicklungen informieren.

Auflösung von Wehren

Im Zuge der Umstrukturierung haben sich folgende Wehren aufgelöst oder haben die Weichen zur Auflösung und dem Zusammenschluß gestellt: 
FF Majenfelde-Quisdorf schloss sich im Juni 2026 der FF Thürk an.
FF Braak-Klenzau hat auf der 1. Mitgliederversammlung im Juli 2026 den Anschluß an die FF Liensfeld-Kiekbusch in die Wege geleitet

Zusammenschluss von Feuerwehren – was das Brandschutzgesetz vorsieht

In den vergangenen Wochen wurde mehrfach von einem „Zusammenschluss“ von Feuerwehren gesprochen. Dieser Begriff ist zwar im allgemeinen Sprachgebrauch verständlich, entspricht jedoch nicht den rechtlichen Vorgaben des Brandschutzgesetzes.

Das Brandschutzgesetz sieht einen Zusammenschluss zweier Freiwilliger Feuerwehren in dieser Form leider nicht vor. Stattdessen erfolgt der Vorgang rechtlich so, dass eine Feuerwehr aufgelöst wird. Die Mitglieder dieser Wehr haben jedoch den rechtlichen Anspruch darauf, in die verbleibende Feuerwehr überzutreten und dort ihren Dienst weiterhin engagiert auszuüben.

Wichtig ist dabei: Dieser rechtliche Ablauf schmälert in keiner Weise die Leistungen oder die Tradition der aufgelösten Wehr. Vielmehr steht das gemeinsame Ziel im Vordergrund, die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern, Kräfte zu bündeln und den Brandschutz für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bosau auch künftig zuverlässig zu gewährleisten.

Unabhängig von der rechtlichen Ausgestaltung bleiben die Kameradschaft, die Erfahrung und das ehrenamtliche Engagement aller Feuerwehrangehörigen ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Feuerwehr.